Über den Autor Galerie Master Classes ARTIBUS Русский English
Malereien auf Seide:
Exotik am Sommerende Schon seit ein paar Wochen kann man in der Galerie BINDES die Ausstellung von Irina Agafonova, Künstlerin aus der Republik Mari El, besuchen. Obwohl sie eine erfahrene Künstlerin und Pädagogin ist und uns eine Retrospektive ihrer Werke vorführen könnte, brachte sie ausschließlich neue Bilder mit, die sie in diesem Jahr geschaffen hatte. So haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich mit den Eindrücken der Künstlerin vertraut zu machen, die sie in einer bestimmten Zeitspanne gewonnen hat, und das ist meiner Meinung nach interessanter als die besten Werke, die im Laufe vieler Jahre ausgewählt wurden. Alle ausgestellten Werke passen sehr gut zum Sommerende: Schwere Farben dieser Jahreszeit sind allen Werken der Künstlerin eigen. Und es kann nicht anders sein; im Herkunftsland des Batiks, in Indonesien, gibt es ja keine stumpfen und fahlen Farben. In den Batikwerken — oder in der Seidenbemalung — ist es üblich, fröhliche Landschaften und Stillleben darzustellen, aber Irina Agafonova beschränkt sich nicht darauf. Außer üblichen üppigen Blütenknospen, Vasen, Schmetterlingen und anderen exotischen Themen sieht man in ihren Werken auch stilisierte Figuren und auch Stadtlandschaften. Einen besonderen Platz nimmt in der Ausstellung eine Serie der uns gut bekannten Straßen und Plätze im alten Tallinn ein. Überraschenderweise vermittelt die Atmosphäre der in der Galerie ausgestellten Werke, die im Hochsommer mit bunten Farben gemalt wurden, den für die mittelalterlichen Straßen und Gassen charakteristischen Dunst. Sollten Sie kein Interesse am Ihnen bis ins kleinste bekannten Tallinn haben, dann gehen Sie an Tallinn-Skizzen vorbei und entdecken Sie die für uns ungewöhnliche Batikkunst, die, wie ich meine, viele noch heute für Technik der Halstuchbemalung halten. Und noch Eines. Die Besucher der Ausstellungen denken normalerweise nicht darüber nach, wie diese oder jene Werke ihren Weg in die Ausstellungräume gefunden haben. Die Veranstalter versuchen es auch nicht zur Schau zu stellen. Diesmal aber wurden technische Details bekanntgegeben. Die Zustellung der Kunstwerke aus dem Ausland ist ja eine sehr schwere Aufgabe, und nur echt hingerissene Leute wollen es übernehmen. In diesem Fall war es ein estnischer junger Mann, Bekannter der Künstlerin, der es auf sich sozusagen für sich selbst unerwartet nahm, diese Ausstellung zu veranstalten. Uns es sei gesagt, er schaffte es. Man soll also nicht glauben, dass sich in unserer pragmatischen Zeit nur lebenserfahrene ältere Herren für Kultur interessieren, die im Dezember ihres Lebens eine Spur hinterlassen wollen. Viktoria Panova, «Vesti dnja»
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